Neuigkeiten

Ergebnisse aus dem Projekt

Interviews

Es wurden 23 Interviews mit Dienstleistern und Organisationen der Windenergiebranche in Form von persönlichen Gesprächen geführt.

Die Auswertung der Interviews erfolgt mit der Software “QCAmap”, wobei die acht Problemstellungen und Projektziele die zu bildenden Auswertungs-Kategorien darstellen.


Als größte Hemmnisse der Rettungskette werden technische Elemente und die Firmenpolitik der beteiligten Akteure beschrieben. Auch der uneinheitliche Sprachgebrauch wird als ebenfalls relevantes Hemmnis wahrgenommen. Weiter benannt wurden fehlende Prozesskenntnisse der Beteiligten in der Rettungskette sowie wie die konkrete Handlungskompetenz, die als unzureichend wahrgenommen wird und damit den Ablauf der Rettungskette behindern kann.


Erste Ergebnisse wurden auf einem Workshop im Dezember 2020 mit Experten und Stakeholdern diskutiert und bewertet.



Rettungsszenarien

Es wurden verschiedene Rettungsszenarien in Offshore Windparks entwickelt, die sowohl „einfache“ als auch „komplexe“ Notfalllagen beschreiben. Wesentliche Inhalte sind Angaben zum Unfallort, Unfallart, Anzahl der beteiligten Personen und Umgebungsbedingungen. Daraus ergeben sich die Anzahl der an der Rettung beteiligten Stationen, wie zum Beispiel Windenergieanlage, CTV, Betriebliche Leitstelle, Beauftragte Rettungsleitstelle, Helikopter, MRCC und mögliche weitere Akteure.



Schnittstellenmanagement, Notfallkommunikation

Nach der Erfassung aller bekannten und angewendeten Kommunikationswege wird ein idealisiertes, Hersteller- und Betreiberübergreifendes Schaubild der Kommunikationswege im On- und Offshore Bereich entwickelt, in dem festgelegt ist, in welcher Rang- und Reihenfolge, die an der Rettung Beteiligten kommunizieren.

Des Weiteren werden die eingesetzten technischen Kommunikationsmittel gelistet und auf ihre Einsatzmöglichkeiten bewertet. Somit kann in einer Handlungsempfehlung den jeweiligen Rettungsinstanzen die idealen technischen Geräte empfohlen werden.



Simulationskonzepte / Erprobungen

Im Austausch mit Experten und Stakeholdern wurden Kommunikationsketten für die Simulationen festgelegt. Auf Grundlage dieser Rettungs- und Simulationskonzepte wurden die vorhandenen technischen Einrichtungen, Simulationsanlagen sowie Hard- und Software Komponenten bei den jeweiligen Partnern für die Umsetzung der Simulationen und die Kommunikationsketten in Notfällen festgelegt.


Die Rettungsszenarien wurden bisher viermal an den Standorten der Projektpartner erprobt und bewertet.

Die erste Erprobung erfolgte im Juni 2020 im Maritimen Zentrum der Hochschule. Es erfolgte eine Aufteilung der einzelnen Stationen auf die Simulationsanlagen vor Ort.

Die zweite Erprobung wurde im August 2020 bei OffTEC und der Hochschule durchgeführt, die Stationen für die Simulationen wurden auf beide Standorte aufgeteilt.

Die dritte Erprobung erfolgte im September 2020 bei OffTEC. Auch hier wurden die einzelnen Stationen auf die Simulationsanlagen vor Ort aufgeteilt, der Mobile Simulator der Hochschule wurde als eine Station eingebunden.

Die vierte Erprobung wurde im November 2020 bei der Schleswig-Holsteinischen Seemannsschule in Travemünde an den dortigen Ausbildungseinrichtungen und mit dem Offshore-Schulungs-TP durchgeführt.

Die Erprobungen wurden von den Projektpartnern aus einem separaten Raum am Bildschirm beobachtet, dokumentiert und analysiert. Einzelne Sequenzen der Rettungsabläufe wurden mit Kameras in Bild und Ton mitgeschnitten. Die Rettungsszenarien und Simulationskonzepte wurden aufgrund der Bewertungen der Erprobungen permanent überarbeitet und angepasst. Die eingesetzte Technik wurde im Hinblick auf die Darstellung der Notfalllage, Verständigung bei der Kommunikation zwischen den einzelnen Stationen und Rangfolge der Kommunikationsketten ebenso permanent optimiert.

Weitere Erprobungen sind geplant.



Checklisten / Abfragelisten

Im Projektzeitraum hat sich herausgestellt, dass es kaum standardisierte Check- und Abfragelisten zum Unfallgeschehen und zur verunfallten Person gibt.

Zurzeit werden diese entwickelt, um klare und eindeutige Aussagen zu erhalten und um unnötige Kommunikationsmengen zu vermeiden.



Einheitliches Zonencodierungssystem On- und Offshore Wind

Bisher gibt es kein einheitliches Zonencodierungssystem für Windenergieanlagen im On- und Offshore Bereich.

Zwei Windenergieanlagenhersteller haben sich auf ein 4-Zonensystem verständigt, welches aber eher technisch beschreibt, welche Tätigkeiten in welcher Zone ausgeübt werden dürfen.


Das von OffTEC entwickelte, herstellerunabhängige, Zonencodierungssystem für den Onshore Bereich wurde innerhalb der Projektgruppe überarbeitet. Zur besseren Übersichtlichkeit der Arbeits- und Rettungsbereiche wurden für vergleichbare innere und äußere Bereiche der Windenergieanlagen, deren Einfluss auf Zugangs- und Rettungswege, deren Gefährdungspotentiale und Ortsumgebungsbedingungen, entsprechende Zonen und Gefährdungsgrade definiert. Mit steigender Zahl erhöht sich der Grad der Gefährdung und die damit im Zusammenhang stehenden Maßnahmen zur Arbeitssicherheit, dem Gesundheitsschutz, der Notfallevakuierung sowie der Rettung.

Insgesamt wurden von OffTEC 9 Zonen definiert.

Auf Grundlage dieses Zonencodierungssystems wurde ein Entwurf eines Offshore Zonencodierungssystems erarbeitet.


Eingebunden ist die FGW e.V. – Fördergesellschaft Windenergie und andere Dezentrale Energien, deren Ziel es ist, ein einheitliches Zonencodierungssystem in deren Windenergieanlagen-Notfall-Informationssystem WEA-NIS einzubinden.



Taschenkarten

Auf Anregung der Experten und Stakeholder werden sogenannte Taschenkarten, auch digital, entwickelt, die allen an der Rettung Beteiligten in kurzer Form, unter Verwendung von Piktogrammen, den jeweiligen Rettungsablauf beschreiben.

Aufbauend auf vorhandenen Formaten, z.B. aus dem Bereich der normalen Erste Hilfe, wird auf die Expertise der Rettungsleitstellen zurückgegriffen.